Tipps


Das wohl wichtigste Hilfsmittel bekam ich schon in der Klinik, die helfende Hand. Eine Art Zange, mit der Dinge vom Boden aufgehoben werden können. Mit einiger Übung ist es auch möglich, sich damit eine Hose oder Stricksocken anzuziehen. Auch Schuhe mit Klettverschluss sind möglich.

Ein weiteres sehr wichtiges Teil habe ich mir kurz vor der Aufrichtungsoperation noch selbst gebaut. Dies war eine Art Fußbank, die man auf jeden Tisch stellen kann. Aufgrund des 1-jährigen Sitzverbotes ein nicht unwichtiges Teil. Mein Tisch war aus massivem Kiefernholz gemacht, weil es das in den meisten Baumärkten gibt.
Stückliste:
1 Stück Platte 400 x 700 mm, 18 mm stark
2 Stück Zarge   35 x   20 mm, 600 mm lang
2 Stück Zarge   35 x   20 mm, 380 mm lang
4 Stück Beine   35 x   20 mm, ca. 400 mm lang
12 Stück Schrauben 4x50, 8 Stück Schrauben 4x35, Leim
 Wachs oder auch Lack.

Mit den langen Schrauben werden die Zargen unter die Platte geschraubt. Der Leim gibt dem Ganzen zusätzliche Stabilität. In die Ecken werden dann die Beine geleimt und verschraubt.
Natürlich kann man auch einen sogenannten Bistrotisch an jeden anderen Esstisch stellen, aber es bleibt immer ein leichtes Gefühl der Nicht-dazu-Gehörigkeit, weil man zu meist etwas Abseits steht.
Mein selbst gebauter Tisch hat mir immer gute Dienste getan und war sehr leicht zu transportieren. (Im Sommer zum Grillen in der Nachbarschaft oder so, hat keiner eine Ausrede, einen nicht einzuladen.)
Wer mit der Bauanleitung probleme hat kann mir schreiben, es gibt immer eine Lösung!

Nach dem Essen kommt irgendwann das unvermeidliche, der Stuhlgang. Auch das kann ein Problem sein (Sitzverbot). Wer nicht lange Arme hat und selbst „dran“ kann, braucht Hilfe beim abwischen. Das kann natürlich der Partner sein, was einfach gesagt die „sauberste“ Lösung ist. Es gibt aber auch im Fachhandel Abwisch-Hilfen. Diese sollen, so habe ich mir sagen lassen (ich habe lange Arme), sehr gewöhnungsbedürftig sein. Vielleicht macht es einen Sinn schon vorher in einem Fachgeschäft um Beratung zu bitten. In Apotheken gibt es außerdem Papiertücher, ca. 40x40 cm groß, die auch nass sehr reißfest sind (nicht in der Toilette entsorgen, Verstopfungsgefahr).
Des weiteren sind Toilettenbürsten meist nur mit einem kurzen Griff ausgestattet und die längeren sind sehr teuer. Abhilfe schafft ein normaler Leichtmetall-Stil, der meist sogar im Supermarkt (Reinigungsmittel-Abteilung) erhältlich ist. Eine normale Toilettenbürste wird in das offene Ende des Stiles gesteckt, das dann mit einer Zange oder einem Schraubstock zugedrückt wird. Damit kann man dann demjenigen, der einem freundlicher Weise hilft, einiges ersparen. Na ja nicht immer, aber immer öfter.
Sinnvoll ist auch, trotz des Sitzverbotes, eine Toilettensitzerhöhung. Diese Erhöhung dient nur als Spritzschutz beim Toilettengang und ist oft sehr sinnvoll.
Wie ich anfangs schon erwähnte, bekommt man die helfende Hand schon in der Klinik. Außerdem habe ich bei der Entlassung ein Rezept für ein elektrisches Krankenbett bekommen. Wegen des Sitzverbotes ist man auf eine, dem Körper angepasste Höhe angewiesen, um sich hinlegen zu können. Der Ort dieses Bettes ist nicht ganz unwichtig, da man sich auch wenn Besuch da ist gelegentlich hinlegen muss. Daher wurde mein Bett im Wohnzimmer aufgebaut, sodass ich auch dann im Geschehen blieb und mich nicht mitten im Gespräch verabschieden musste, wenn ich nicht mehr stehen konnte.
Die anderen Hilfsmittel, wie die Toilettensitzerhöhung oder auch einen in der Höhe verstellbaren Beistelltisch für das Krankenbett, muss der Hausarzt verordnen.
Auch ist wichtig, mit dem Hausarzt und eventuell sogar dem Orthopäden über Hausbesuche zu sprechen, die vielleicht erforderlich sind.
Alles, was nicht auf den eigenen Beinen erreicht werden kann, muss warten bis man wieder sitzen darf, was ca. nach einem Jahr der Fall sein wird. Aber auch dann muss man sich erst wieder an das Sitzen gewöhnen, so dass es nicht gleich möglich sein wird, längere Strecken zu fahren und sei es nur als Beifahrer.